Part 3- Die Lofoten

14.09.2023

Entspannt starte ich den Tag am Rand des Rago Nationalpark. Heute soll es von Bodò aus, mit der Fähre auf die Lofoten gehen. Nach dem Frühstück fahre ich die letzen 80 km bis zur Fähre. Zeit habe ich heute genug da die Fähre erst gegen 15.00 Uhr von Bodò losfährt und meine Schwester und ihr Freund auch erst gegen 14.30 Uhr am Fähranleger eintreffen. Also kann ich noch ein nettes Mittagsschläfchen machen. Gegen 18.00 treffen wir in Moskens ein und sind gleich fasziniert von den hoch hinausragen Bergen, welche direkt aus dem Meer emporsteigen. Von der Fähre runter machen wir uns gleich auf den Weg zu einem Stellplatz den wir zuvor über Maps rausgesucht haben. Nach kurzer Zeit mussten wir aber feststellen das sich auch in der Nebensaison, die Parkplatzsuche etwas schwieriger gestaltet als wie es in Schweden der Fall war. Es gab zwar einen großen Parkplatz ganz im Süden doch wir wollten in der freien Natur stehen! Eine Stunden fuhren wir durch die Umgebung von Moskens und Å um vielleicht einen abgelegen Standplatz zu ergattern. Leider mussten wir uns geschlagen geben da jeder Platz der tendenziell gut war entweder Privat war, oder schon Camper darauf standen. Den einzigen Platz den wir fanden war an der Hauptstraße E10 zwischen Reine und Hamnøy. Wir platzierten unsere Fahrzeuge und schmissen den Petromax Feuertopf an, den Tomy mitgebracht hatte. Tomy ist übrigens der Freund meiner Schwester Marie. Es gibt einen zusammengewürfelten Eintopf aus Erbsen, Möhren und Kartoffeln. Wir genossen den Abend, hofften das sich der Himmel noch aufklart und sich ein paar Nordlichter zeigen. Leider hatten wir an diesen Abend nicht das Vergnügen.

Am nächsten morgen geht es ein Stück auf der E10 zurück nach Reine, wo wir unsere erste Tour auf den Reinebringen machen. Wir starten auf dem großen Wanderparkplatz der sich direkt in Reine befindet. Mit Glück kann man auch einen Stellplatz vor dem Ort Reine an der E10 ergattern und spart sich so einen guten Kilometer. Vom Parkplatz aus ging es bei strahlenden Sonnenschein eine halbe Stunde bis zum Einstieg des Reinebringen. Ab hier müssen wir gut 440 Höhenmetern und 1600 Stufen überwinden. Stufe für Stufe, Schritt für Schritt. Die ersten 100 Stufen waren noch leicht, doch nach und nach werden die Beine immer schlaffer und der Fotorucksack immer schwerer. Habe ich wie immer viel zu viel eingepackt? Definitiv! Nach 1 1/2 Stunden erreichen wir den ersten Aussichtspunkt auf 440 Höhenmeter und machen erstmal eine Pause. Jetzt folgt ein Selfie hier, ein Bildchen da. Leider sind wir viel zu spät und das Licht ist viel zu Hart für meinen Geschmack. Aber der Ausblick ist echt stark beeindruckend. Was mich persönlich stört ist das hier oben von dem vielen Tourismus alles platt getrampelt ist. Weswegen ich solche Touristischen Spots eigentlich meide, aber dieses Highlight kann man sich auf so einer Reise dann doch nicht entgehen lassen. Als wir wieder fit waren wollten wir weiter hoch auf den Reinebringen (666hm) gehen. Der breite Trampelpfad endete abrupt an einer Kante und es ginge auf einem schmalen Kamweg bergauf. Doch meiner Schwester war der Weg zu unsicher! Also entschieden wir nicht weiter hoch zu gehen und traten den Rückweg an. Bergab ging deutlich schneller, aber die Knie hatten es viel schwerer als Bergauf. Nach einer Stunde waren wir wieder unten und entspannten in der Nachmittagssonne auf dem Parkplatz. Nach ausreichend Kaffee und einer kleinen Abkühlung im Hafenbecken fahren wir wieder weiter um einen neuen Schlafplatz zu finden.

Wir fahren auf der E10 weiter bis kurz vor Flakstadt wo wir dann in Richtung Fredvang abbiegen. Hier suchen wir auch wieder eine ganze weile um einen abgelegenen Schlafplatz zu finden. Wir fahren in eine Schotterstraße ein, welche laut karte eine Sackgasse ist. Hier haben wir Glück eine schöne Stelle umgeben von Bergen an den Selfjorden zu entdecken. Wir richten uns ein, essen, trinken und genießen. Ich fliege ein wenig mit der Drohne und sichere nebenbei meine Speicherkarten. Am Abend dann die grandiose Idee auf den vor uns liegenden Berg zu klettern um den dahinter liegenden Sonnenuntergang zu erleben. Von der seitlichen Flanke geht zwar laut Karte ein Weg hoch, aber wir nahmen einen kleinen Trampelpfad der uns direkt gegenüber lag. Nach kurzer Zeit müssen wir feststellen, das hinter jeder Bergkupe die wir höher kamen es noch höher ging und ein Sonnenuntergang nicht zu sehen ist! Also geht es im mittlerweile halb dunkeln mit nassen Füßen wieder auf den Abstieg. An den Autos zurück fragen wir uns wer nur auf diese Schnapsidee gekommen ist:)

Ein neuer Tag bricht an und wir fahren weiter zum Haukland Beach, welcher für seinen weißen Sandstrand bekannt ist. Auf dem Parkplatz gibt es erstmal Frühstück und eine kleine Dusche. Fotomotive gibt es natürlich auch und ich mache das ein oder andere Strandbild. Nach 2 Stunden am Strand zieht es uns wieder weiter, immer auf der Suche nach dem perfekten Platz von denen wir in Schweden doch so viele hatten. Auf Gimsøy gibt es auf einer kleinen Farm Mittagessen. Hier befindet sich auch ein toller Campingplatz mit Sandstrand. Kurz überlegen wir ob wir nicht da bleiben, doch die Lust neues zu entdecken ist zu groß. Nach jeder Biegung kommt ein neuer Berg, Fjord oder Strand. Die eindrücke erschlagen einen teilweise. Auf der gegenüberliegenden Seite von Gimsøy, kurz hinter dem kleinen Ort Gravermarka schlagen wir unser Nachtlager auf. Es ist Nachmittag und ich beschließe einen letzten Versuch mit der Angel zu wagen. Auch Tomy will sich mal versuchen. Aber wie auch in Schweden blieb uns der Fang vergönnt. Also gibt es den altbekannten Eintopf mit frischen Brot. An diesem Abend beschließen Marie und Tomy nicht weiter mit in den Norden zu fahren da sie sich den Süden Norwegens noch ein wenig anzuschauen wollen. Also lassen wir diesen letzten gemeinsamen Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten morgen verabschieden wir uns schweren Herzens von einander. Die beiden fahren jetzt nach Svolvaer, wo sie die Fähre auf das Festland nehmen. Mein Plan hingegen sieht vor über Andenes auf Senja über zu setzen. In Andenes kann man zu bestimmten Zeiten Papageitaucher auf einer kleinen Insel besuchen! Das ist der Plan für heute, doch der Abschied fällt mir von Stunde zu Stunde immer schwerer. Es ist mit einmal so komisch wieder allein unterwegs zu sein! Gegen Mittag erreiche ich Andenes. Ich fahre durch das kleine Örtchen bis zu den Booten welche die Papageientaucher Tour anbieten sollen. Leider war die Saison hier schon zu Ende. Also fahre die kleine Straße weiter bis zum Ende. Von hieraus geht ein kleiner Feldweg direkt am Meer entlang. Hier finden sich überall kleine Parkmöglichkeiten mit Blick auf das Meer. Auch das Wetter hat sich inzwischen stark verändert und es weht ein starker Wind. Immer noch Kämpfe ich mit dem Alleinsein. Bin ich doch eigentlich gern allein unterwegs, habe ich heute große Sehnsucht nach meiner Frau, Tochter und Familie. Ich versuche mich mit einer kleinen Wanderung abzulenken doch das Wetter wird immer stürmischer. Ich gehe zurück zum Bulli welcher von dem starken Wind durchgeschaukelt wird. Hier kann ich nicht schlafen denke ich mir und schaue mich auf Maps um und checke die Wettervorhersage. Der Wetterbericht hat sich drastisch ins negative, mit mehreren Regentagen verändert. Nichts ist so beständig wie die Planänderung! Ich will mir eigentlich unbedingt Senja anschauen doch mit nur Regen in den nächsten Tagen macht das keinen Sinn! Laut Wetter App ist es im Süden von Norwegen beständiger als hier oben! Also beschließe auch ich die Lofoten zu verlassen und mich meinem eigentlich Ziel, den Moschusochsen zu widmen. Kurzer Hand buche ich eine Fährüberfahrt von Lødingen nach Bognes und fahre um 17.00 Uhr mit der Fähre auf das Festland. Auf dem Festland angekommen fahre ich noch bis spät in die Nacht in Richtung Süden.

Fazit:

Rückblickend muss ich sagen sind die Lofoten wirklich wunderschön, in der Nebensaison! Was mir/uns nicht so gut gefallen hat, ist die lange suche nach einem geeigneten Stellplatz( wir waren verwöhnt durch Schweden). Wir wollten auf keinen Campingplatz und brauchten/wollten 2 Stellplätze direkt nebeneinander, was die Suche erschwerte. Es gibt zwar viel gute Plätze aber leider ist der Großteil Privat und der Rest meistens schon besetzt. Wir waren Mitte September auf den Lofoten und würden auch die Nebensaison wieder bevorzugen. Auch hatten wir echt super Wetter, welches sich von seiner schönsten Seite zeigte. Und ich hätte mir 2 Tage mehr Zeit lassen sollen, um auch mal eine Bergwanderung zum Sonnenauf/untergang machen zu können.Aber alles in allem sind die Lofoten eine Reise wert.



Coming Soon…….

Bein nächsten mal sehen wir uns im Dovrefell wieder, wo es urzeitliche Tiere zu bestaunen gibt, und ich bekannte Gesichter wieder treffe.

Danke das du mich bis hier hin begleitet hast;)

Bei Fragen schreib mir gern unten in die Kommentarspalte, und ansonsten schau auch gern auf Instagram oder Facebook vorbei.

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