Herbst 2023 in Norwegen

Bunte Landschaften und Moschusoxen sind diesen Urlaub wieder auf meinem Plan.

Eigentlich sollte ja aus meiner Fotoreise 2022 bei den Moschusochsen ein Blog entstehen, aber leider bin ich nie dazu gekommen ihn fertig zu stellen. Also habe ich mich entschlossen einfach ein paar Sequenzen hier mit rein zu packen.



Es ist Anfang September als ich mich mal wieder auf den Weg in den hohen Norden mache. Meinen Bulli habe ich die Tage zuvor wieder Campingfertig gemacht, damit es direkt nach der Arbeit in Richtung Dänemark gehen kann. Dieses mal dabei ist die Nikon Z9 mit dem Sigma 60-600 Sports und die Nikon Z6 mit dem 24-70 2.8. Außerdem habe ich mein über alles geliebtes Nikkor Z 14-30 F4 dabei. Ansonsten nehme ich noch meine DJI Mavic Pro 2 und diverse Filter mit. Auch neu ist ein zweiter Stativkopf! Hier möchte ich den Manfrotto Fluid- Video Neiger ausprobieren. Ein Fernglas ist dieses Jahr auch am Start und hier viel meine Wahl auf das Steiner- Safari! Es ist klein, leicht und hat eine 10 fache Vergrößerung. Optimal um Moschusochsen im Fjell zu entdecken.

Wie immer geht es ca. 7 Stunden bis auf einen abgelegen Parkplatz direkt an einem See in Dänemark. Hier verbringe ich die erste Nacht. Am nächsten Morgen geht es dann für weiter 3 Stunden bis nach Hirtshals wo ich mit der Fähre nach Lavrik übersetze. Am späten Nachmittag legt die Fähre an und ich kann meine Fahrt in Richtung Dovrefjell fortsetzen. Gegen 23.00 Uhr komme an einem Parkplatz kurz vor Hjerkinn an und falle direkt ins Bett. Am nächsten Morgen beginnt der Tag sehr entspannt, denn ich muss meinen Rucksack für einen mehrtägigen Aufenthalt bei den Moschusochen packen. Und wie immer wird der TT Pathfinder 80l sehr voll. Obwohl ich immer auf das Gewicht der einzelnen Ausrüstungsgegenstände achte, macht die Kameraausrüstung den größten Teil des Gewichts. Mit rund 10kg fällt die zusätzliche Kameraausrüstung ordentlich ins Gewicht! Zum Schluss wiegt der fertig gepackte Rucksack etwa 25 kg und bis alles richtig gepackt war vergingen dann doch gut 1,5 Stunden. Mittlerweile ist es kurz vor Mittag und ich muss noch zu meinem Ausgangspunkt fahren, hoch ins Fjell wandern und mein Camp aufschlagen. Doch vorher gibt es noch eine Stärkung in Form von Nudel & Bolognese. Nach der Stärkung fahre ich auf den Parkplatz Grønnbakken von dem ich meine Tour starte. Es geht gut eine Stunde bergauf! Durchgeschwitzt komme ich bei schönsten Wetter auf der Hochebene an und mache für eine halbe Stunde Rast. Mit dem Fernglas suche ich die Umgebung nach geeigneten Stellen für mein Zelt ab. Schon nach kurzer Zeit werde ich fündig und schlage mein Zelt am Fuße des Kolla auf. Ein bekanntes Gesicht treffe ich hier auch gleich noch! Gunnar den ich im letzten Jahr auch schon getroffen habe, war wieder zur gleichen Zeit wie ich im Dovrefjell zum fotografieren unterwegs. Gunnar ist ein deutscher der seit ich glaube 4 Jahren hier in Norwegen lebt und öfters im Dovrefjell- Sunndalsfjella Nationalpark zum fotografieren unterwegs ist. Er macht auch erstklassige Videos, die du dir unbedingt auf YouTube unter Gunnar Dresler anschauen solltest. Mittlerweile ist es Nachmittag, das Camp steht und wir machen uns auf den Weg zu einer Gruppe Moschusochsen welche sich Süd-westlich von Kolla aufhielten. Gunnar mein Fotokollege hatte diese Gruppe schon seit ein paar Tagen beobachtet. Wir verbringen den restlichen Nachmittag bis kurz vor Sonnenuntergang bei dieser Gruppe, bevor wir die Stunde Fußmarsch zurück zum Zelt gehen. In der Dunkelheit kommen wir an unserem Zelten an! Wie immer auf solchen Touren gibt es zum Abendessen Trockennahrung von Tactical Food. Ich hab schon so einige Hersteller ausprobiert aber die von Tactical Food schmecken mir persönlich am besten. Während des Essens sichte ich die ersten Bilder mit Moschusochsen. Noch voller Aufregung vom Tag kann ich nicht einschlafen. Also nutze ich die sternenklare Nacht um ein paar Nachtaufnahmen zu machen. Kurz vor Mitternacht schlüpfe ich dann in meinen Schlafsack und träume mich in den Schlaf.

Tag 2 im Hochland

Wie meistens ist die erste Nacht im Zelt eher unruhig und ungewohnt. Kaum dringt das erste Licht am Morgen ins Zelt steige ich aus den warmen Schlaf und schlüpfe in die noch klammen Sachen. Mit dem Fernglas such ich die Umgebung nach Ochsen ab, doch bis auf Steine ist nichts zu sehen. Ich schnappe mir meine Nikon und gehe ein Stück weiter hoch um einen besseren Blick zu bekommen. Doch auch hier sind keine Tiere zu entdecken. Also geht es erstmal für ein Frühstück zurück zum Zelt. Gunnar entdeckte von seinem Zelt aus eine weitere Gruppe welche sich östlich von meinem Standort aufhalten. Kurzerhand machen wir uns auf den Weg zu dieser Gruppe. Und wir sind auch nicht die einzigen Fotografen hier oben. Bei den Moschusochsen angekommen gibt es einige geführte Gruppen die sich die Ochsen auch anschauen wollen. Unter anderem ist Even von Muskoxguiden mit seine Gruppe bei den Tieren. Wer mal in der Gegend ist und Moschusochsen sehen möchte, sollte unbedingt mal eine geführte Tour bei ihm machen. Wir positionieren uns in sicherem Abstand bei der Gruppe und beobachten das Geschehen . Der junge Bulle dieser Gruppe ist sehr Paarungswillig und wir können einige schöne Aufnahmen vom Akt machen. Nach einigen Stunden verlassen wir die Gruppe wieder und lassen den Abend am Zelt ausklingen. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen zum Sonnenaufgang in der Hoffnung die Gruppe wieder in der Gegend zu finden.

Tag 3 ein warmer Morgen

Sicherlich hat jeder schon mal einen warmen Sonnenaufgang erlebt, doch dieser Morgen war der Wahnsinn. Das Licht hüllt alles in ein tief orangenes Licht. Und wir haben Glück mit der Gruppe Ochsen, denn die haben sich kaum von dem gestrigen Ort entfernt. Hier lasse ich einfach mal die Bilder für sich sprechen. Gegen 10.00 Uhr sind wir dann durch mit fotografieren und gehen frühstücken. Danach heißt es Zelt abbauen den es geht wieder runter zum Auto. Am Nachmittag verabschiede ich mich von Gunnar welcher wieder nach Hause muss. Ich fahre zu einem See an welchen ich schon im letzten Jahr mit dem Bulli stand stand.

Tag 4 am See

Für diesen Tag habe ich mir vorgenommen den nahegelegenen Wald zu besuchen. Denn es soll hier auch den Unglückshäher geben. Ein Vogel welcher im Wald sehr gut getarnt lebt, aber im Flug sein wunderschön orangenes Federkleid zeigt. Viel Hoffnung hatte ich nicht ihn auf Anhieb zu finden doch nach nur 15 Minuten im Wald konnte ich seine Rufe schon hören. Kurz darauf entdeckte ich 2 von ihnen einige Meter vom Weg in den Bäumen. Die Entfernung war zum fotografieren zu groß, also ging ich ganz langsam in deren Richtung. Nach jedem Schritt ein Kleine Pause um zu nicht zu verschrecken. Also ich in einem guten Abstand war und ein paar Testbilder machen konnte flogen sie dann leider auf und davon. Ich setze meinen Weg durch den wunderschönen Wald fort und hoffe auf eine weitere Begegnung. Die nächsten 2 Stunden wandere ich durch den Wald mache Rast an einem See mitten im Wald, doch die Unglückshäher haben sich nicht mehr blicken lassen. Zurück am Bull gibt es erstmal Kaffee um im Anschluss noch einmal die Moschusochsen zu besuchen. Am Abend ging es dann wieder zurück an den See.

Tag 5 die Flussdurchquerung

An diesen Tag wollte ich mal weiter in das Gebiet der Moschusochsen eindringen. Ich plante mir am Vorabend eine kleine ca. 30km lange Wanderung die mich in Richtung Snøhetta bringen soll. Nach dem Frühstück fahre ich wieder auf den Parkplatz Grønnbakken und beginne meine Tour. Wie immer geht es erstmal bergauf bis zu Hochebene. Von hier führt mich mein Weg auf der östlichen Flanke des Kolla entlang. Am Fuße des Kolla stand eine Gruppe Moschusochsen, welche mir den Weg versperren. Also mache ich einen Bogen um die Gruppe durch ein sehr sumpfiges Gebiet. Wieder am Weg angekommen starren mich plötzlich in einiger Entfernung zwei Augen an. Ich schaue durch den Sucher meiner Nikon und sehe einen einzelnen Bullen der über eine Kuppe linst. Wahrscheinlich hab ich ihn grad beim Mittagsschlaf gestört! Also setzte ich meinen Weg über steiniges Terrain fort. Es geht immer weiter den Hang hinauf und das Wetter wird immer Wechselhafter. Nach einem wirklich sehr kurzem Schauer zeigt sich die Natur wieder von ihrer schönsten Seite. Direkt im Tal neben mir taucht ein wunderschöner Regenbogen auf. Nach 2,3 Bildern geht es auch schon weiter. Um so höher ich kommen um so windiger, nein eigentlich stürmischer wird es. Nach guten 13km mache ich auf einer Anhöhe erstmal Pause. Von hier oben hat man den perfekten Blick auf den Snøhetta und das umliegende Tal. Ich stelle meine Z6 auf und mache in der Zeit die ich pausiere ein Zeitraffer. Nach der Pause muss ich mir einen Weg rüber auf die andere Seite des Flusses suchen! Denn eine Brücke ist hier nicht und vielmehr Zeit weiter in den Nationalpark zu gehen habe ich nicht. Nach einigen überlegenen Entscheide ich mich den Fluss zu durchqueren. Ich suche eine passende Stelle und los geht es. Schuhe aus, Hose hoch und durch! Einfach gesagt als getan bei einer Wassertemperatur von 5 Grad und einer teilweise starken Strömung. Einfach nur nicht ausrutschen denke ich mir mitten in der Strömung. Wenn ich baden gehe ist das ja nicht all zu schlimm, aber mit der ganzen Kameraausrüstung wäre das nicht so toll. Mit schmerzenden Füßen erreiche ich erleichtert das andere Ufer. Nach einer kurzen Trocknungszeit geht es dann auf der anderen Seite des Flusses zurück. Hier treffe ich auf eine weiter Gruppe Ochsen und mach nochmal einige Bilder von dem wie ich finde sehr sehr schönen Bullen. Im Anschluss geht es an der Stelle vorbei wo ich im letzten Jahr gezeltet habe. Was auch ein wahnsinniges Erlebnis war. Denn „ich hatte kurz vor Sonnenunter & Aufgang kurzzeitig Besuch bekommen der so nicht geplant war. Ich lag in meinem Zelt und hörte mit einmal das Geräusch eines Moschusochsen. Mein Herz rutschte kurz in die Hose als es sich immer weiter nährte. Ich lag wie versteinert in meinem Zelt und dachte nur, geht bitte weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit entfernte sich das Geräusch und ich wagte einen Blick nach draußen. Es war eine ganze Herde von ca. 6-8 Tieren die an mir vorbei gezogen waren. Und das beste, am nächsten Morgen, ich war noch nicht richtig munter das selbe Spiel noch einmal! Im Nachhinein hab ich damals so glaube ich einfach auf ihrem Weg zum Schlafplatz gelegen. Und ich denke sie haben mich auch gar nicht bemerkt! Aber wer schonmal dieses Schnaufen eines Bullen aus nächster Nähe erlebt hat der weiß was ich meine.” Nach knappen 30km komme ich erschöpft am Auto an und fahre wieder zum meinem altbekannten Schlafplatz am See.

Tag 5 Langzeitbelichtungen

Heute gibt es mal zur Abwechslung etwas Landschaft. Ich fahre zu einer kleinen aber feinen Schlucht eines Flusses und spiele etwas mit der Langzeitbelichtung herum. Das entschleunigt, bringt Ruhe und macht kreativ. Nebenbei plane ich den weiteren Tag und habe auch schon eine Idee. Aktuell sollen Polarlichter bis in Deutschland zu sehen sein. Also sollte das ja für mich hier in Norwegen ein Klacks sein welche zu fotografieren. Aber was braucht man für Polarlichter am besten? Klar Dunkelheit und am besten eine erhöhte Position. Also suche ich mir auf Maps eine Straße raus welche hoch in die Berge führt. Schnell werde ich fündig. Nach meiner Fotografie an der Schlucht geht es also in die Berge. An der „Straße “ angekommen steht erstmal eine Schranke. Wer öfters in Norwegen unterwegs ist kennt das sicherlich. Ein Feldweg ins Nichts! Naja, ich halte meine Kreditkarte an den Scanner der Schranke, sie öffnet und es kann hochgehen. Oben angekommen stehen vereinzelte Holzhütten. Ich nehme einen Weg mit Blick in Richtung Norden und finde nach kurzer Zeit einen perfekten Platz. Der Wind weht und es ist echt kalt, doch ich will unbedingt die Polarlichter sehen. Auf einer Seite baue ich die Nikon Z6 mit meinen 14-30 F4 auf und auf der anderen die Z9 mit dem „4-70 F2.8 . Die eine macht Zeitraffer, die andere Serienbilder. Laut App kann es gegen 23.00 Uhr los gehen. Ich stelle mir für jede Stunde einen Wecker um die Kameras zu überprüfen und zu schauen wie hoch die Intensität ist. Und ich muss feststellen mit blosen Auge ist in dieser Nacht nicht viel zu erkennen. Ein leichter grauer Schleier am Horizont um ab und zu mal ein leichter Farbrelflex. Doch auf der Kamera wunderschöne Grün/Violette Farben. Nach dieser traumhaften Nacht jede Stunde geweckt zu werden, gönne ich mir am Morgen nicht nur den einen Kaffee! Neben den Kaffee sichere ich erstmal alle Bilder. Dann geht es wieder ins Tal.

Tag 6 Wasserfall

Am heutigen Tag schaue ich mir einen Wasserfall im Norden des Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark an. Der Linndalsfallet ist zu Fuß durch einen wunderschönen Wald zu erreichen. Hier verbringe ich den Vormittag ganz allein. Keine einzige Person ist an diesem Vormittag an diesen Ort unterwegs und ich kann die Ruhe zum fotografieren genießen. Auf dem Rückweg überlege ich mir einen Campingplatz aufzusuchen. Denn eine Dusche habe ich wirklich mal nötig. Am Nachmittag komme ich auf dem Campingplatz Magalaupe an wo ich auch schon einen Tag zuvor, an einer Schlucht fotografiert habe.

Tag 7 Åmotsdalen

Einen kleinen Fußmarsch von Campingplatz entfernt liegt das Åmotsdalen. Ein Tal welches heute auf meiner Agenda steht. Direkt nach dem Frühstück starte ich meine Wanderung welche ca. 25km lang werden soll. Es geht durch wunderschöne Wälder, vorbei an beeindruckenden Holzhütten und einem reißenden Fluss. Und wenn du hier denkst nach einigen Kilometern kommt doch nix mehr! Steht da einfach mal eine riesige Holzhütte in mitten der Berge. Immer wieder beeindruckend wie der Mensch es schafft auch die abgelegensten Gebiete für sich zu beanspruchen. Nach 7 Stunden und 500 Hhm bin ich wieder in meinem mobilen zu Hause angekommen und genieße den restlichen Abend mit einer heißen Suppe und ein paar Gummibärchen.

Tag 8 Regentag

Für heut ist Regen und Wind angesagt. Also mache ich mich wieder auf den Weg zu den Moschusochsen! Denn Ziel auf dieser Fotoreise sind nicht nur schöne Aufnahmen von den Tieren sondern auch die rauen Bedingungen dieser Hochebene darzustellen. Am Ziel der Begierde angekommen muss ich noch nicht mal weit aufsteigen den der Bulle war ein paar hundert Meter von mir entfernt und lief Richtung Straße. Ich folge ihn bis hinter eine Kuppe wo er entspannt Ruth. Ich setzte mich in sicher Entfernung dazu und beobachte ihn eine ganz Weile. Nach einer knappen Stunde geht er weiter und folge ihm parallel. Er geht auf eine Erhöhung und legt sich wieder hin. Das gleich mache ich auch denn die Tiere sollen sich ja nicht eingeengt fühlen. Kurze Zeit später höre ich linker Hand einige Stimmen. Ich drehe mich um und sehe wie eine Gruppe von ca. 15 Personen schnurstracks auf den Bullen zu marschiert. Diese findet das gar nicht toll und stellt sich erstmal auf. Dann geht das Gewusel der Leute mit ihren Smartphones los! Jeder versucht so nah wie nur möglich ran zu gehen und ein Bild zum machen. Nach und nach bildet sich eine Menschenlinie vor dem Ochsen. Diesen wird es dann auch zu viel und er geht weiter. Das gleiche gilt für mich. Ich lasse die Menschentraube hinter mir und schaue mich nach einer weiteren Herde um. Auch nach 2 Stunden suche war keine Herde mehr in der Nähe. Der Regen war an diesem Tag auch nicht besonders stark so das ich nach 4 Stunden beschloss zurück zum Auto zu gehen. Der Tag war noch jung und beschloss rüber in den Rondane Nationalpark zu fahren.

Tag 9 Farben, Spiegel & Nebel

Meine Nacht verbrachte ich in mitten des Rondane Nationalpark mit zwei weitern Campern. Luzi und Pascal, zwei deutsche die in Trondheim leben und auch gerade auf einem kleinen Wochenendtrip unterwegs waren. Luzi und ich sind uns letztes Jahr auch schon einmal im Dovrefjell bei den Ochsen kurz begegnet. Und dieses Jahr trifft man sich im Rondane! Wir verabreden uns am Vorabend für den Sonnenaufgang am See welcher nur wenige Minuten vom Schlafplatz entfernt liegt. Der Wecker klingelt früh und ich bin total motiviert denn das Wetter sieht vielversprechend aus. Am See angekommen zieht der Nebel langsam am Berggippel entlang. Das Wasser ist ruhig, die herbstlich gefärbten Birken spiegeln und die imposanten Bergen im Hintergrund spiegeln sich makellos im See. Als dann noch die Sonne die vereinzelten Wolken und den Nebel in einem warmen Orange anstrahlt ist dieser Morgen eine 10 von 10. Nach diesem traumhaften Morgen gibt es ein kleines Frühstück bevor es wieder zu den Ochsen geht. Ja ich kann mich genau bekommen! Unterwegs entschließe ich einen kleinen Abstecher zu den Unglückshäher im Wald zu machen da das Licht noch zu hart ist. Leider habe ich dieses Mal kein Glück und finde mich Nachmittag bei den Moschusochsen ein. Auch Luzi und Pascal sind zu den Ochsen gefahren. Gemeinsam suchen wir nach den Tieren aber leider sind alle Gruppen in zu weiter Entfernung. Luzi und Pascal fahren an diesem Nachmittag wieder nach Hause und ich, ich habe mir meinen Schlafsack und den Biwaksack eingepackt! Denn es soll nochmal eine sternenklare Nacht werden, und ich will ein letztes Mal auf dieser Reise unter freiem Himmel schlafen. Den Spot habe ich mir auch schon ausgesucht. Eine erhöhte Kuppe auf der zu Beginn meiner Reise Gunnar sein Zelt stehen hatte. Ein perfekter Platzt um über das Areal zu blicken. Ich baue alles auf und warte auf die Dunkelheit. Dieses mal aber ohne stündlichen Wecker! Gegen 23.00 Uhr beginnt dann endlich das Spektakel und was soll ich sagen, dieses Mal kann ich es mit bloßen Auge sehen. Die Intensität hat wahrscheinlich nochmal zugenommen! Natürlich ist das nicht mit den Bildern auf der Kamers zu vergleichen, aber ich sehe dieses Mal viel mehr Farbe und Struktur. Die Nikon Z9 und Z6 laufen auf Hochtouren und ich nicke immer mal wieder ein. Nicht lange, denn immer wieder werde ich von der Kälte geweckt. Eigentlich waren um die 5 Grad gemeldete, doch in der Nacht hat sich auf meinem Rucksack und dem Biwaksack Eis gebildet! Und tatsächlich waren es dann doch -2 Grad. Aber mein Cumulus Schlafsack hat alles warm gehalten. Ich zog den Schlafsack bis zur Nasenspitze zu und schlief fest ein. Am Morgen danach ging es in aller Ruhe zum Auto und somit wieder in Richtung Deutschland. Im letzten Jahr bin ich eine Strecke über den Jotunheimen Nationalpark zurück gefahren, welche mir so gut gefallen hat das ich sie auch dieses Jahr zurück fahre.

Tag 10 Knutshøe

Am Tag zuvor bin ich noch von Dovre bin in den Jotunheimen Nationalpark gefahren um hier eine letzte Wanderung zu machen. Ich habe an einem See direkt an einer Straße übernachtet und brauche jetzt nur noch 5km zum Ausgangspunkt zu fahren. Auf dem Parkplatz Knutshøe angekommen packe ich meinen Rucksack und genieße einen ersten Blick. Das Wetter war nicht vielversprechend! Regen und Wind waren angesagt und eigentlich solle man diese Wanderung nur bei guten Wetter machen da einige Kletterpassagen dabei sind. Da ich aber gut im klettern bin und auch keinen schweren Kamerarucksack dabei habe wage ich es:). So hoch sieht der ja gar nicht aus dacht ich mir insgeheim. Nun gut ich gehe also los und freue mich schon bald vor einer verregneten Felswand zu stehen an der ein dickes Seil runter hängt. Ich mache Vorsichtig die ersten Schritte und ziehe mich Stück für Stück die Wand hinauf. Geschafft, die erste Kletterpassage hab ich. Nun folgt ein steiniger Weg bergauf bis zum ersten „Gipfel”. Von dem geht es wieder etwas runter und danach wieder hinauf. So langsam lässt auch der Regen nach, doch dafür nimmt der Wind je hoher ich komme zu. Nach knapp 2,5 h komme ich an der letzten Kletterpassage an. Ein Seil sehe ich nicht, aber ein relativ steile Wand mit einigen kniffligen engstellen. Fast ganz oben angekommen freue ich mich das es kaum noch Wind oder Regen gibt. Die letzten Meter bis zum Gipefkreuz welche ich schon halb sehen kann. Oben angekommen trifft mich kein Schlag aber dafür ein wahnsinniger Wind, eigentlich kann man schon Sturm sagen. Jeder Schritt musste wohl bedacht sein denn der Wind schob mich einfach so von einer zu anderen Stelle. Und der Rucksack bietet auch noch eine super Angriffsfläche. Nach und nach kann ich es einschätzen wie ich dem Wind entgegen trete um nicht umgeblasen zu werden. Aber dieser Ausblick von hier oben in das Tal mit seinen Flussarmen ist genial. Leider ist durch den starken Wind das sonst sonst so türkisene Wasser aufgewühlt und grau. Aber die Aussicht ist trotzdem genial und macht Spaß zu fotografieren. Von nun an geht es nur noch gegen den Wind bergab. Immer wieder stoppe ich mache Bilder von dem wunderbaren Flussdelta. Nach 3,5 Stunden erreiche ich dann die Abstiegsstelle. Von hier aus geht nochmal gut 1,5 Stunden auf einem sehr steinigen unebenen Untergrund zurück. Am Bulli angekommen mache ich mich noch an diesen Abend auf den Weg nach Lavrik. Denn am nächsten Morgen geht die Fähre rüber nach Dänemark.

Tag 11 Rotwild Brunftzeit

Gegen Mittag komme ich in Hirtshals an und fahre in Richtung Deutschland. Doch einen kleinen Abstecher will ich noch machen. Und zwar Rotwild bei der Brunft fotografieren. Ich habe schon seit ein paar Jahren eine Markierung in Maps gesetzt, und will sie dieses Mal anfahren. Bei Esbjerg gibt es einen Truppenübungsplatz der Dänischen Armee. Genau dort soll es hin gehen. Am Späten Nachmittag komme ich an und kann am vorbei fahren schon die ersten Herden an den Dünen sehen. Ich suche mir einen geeigneten Parkplatz raus und verbringe die restliche Zeit damit Rotwild zu fotografieren.Am nächsten Vormittag endet meine Fotoreise und ich fahre zurück nach Hause.

Tag 12 Ende

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Winter-Fototour zu den Moschusochsen im Dovrefjell-Sunnsalsfjella-Nationalpark

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Ein Fotowochenende im Bielatal